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Fremden Hunden richtig begegnen

Ein freilaufender Hund trabt durch den Park oder einen Wald und du weißt nicht, was zu tun ist? Angst vor fremden Hunden kommt nicht nur bei unseren Hunden vor, sondern kann absurderweise auch uns Hundehalter betreffen. Klingt absurd, ist aber garnicht so selten.

Doch wie verhält man sich gegenüber einem fremden Hund richtig?

Unfallfrei am Hund vorbeikommen?

Keinen Blickkontakt

Wenn ein fremder Hund auf dich zukommt, ist es verständlich, dass du ihn im Auge behalten möchtest. Genau damit nimmst du aber Kontakt mit dem Hund auf, denn Blickkontakt ist immer eine Art Aufforderung.

Wenn ein Hund angestarrt wird, kann er sich bedroht fühlen oder aufgefordert, die Konfrontation zu suchen. Deshalb solltest du einen fremden Hund möglichst ignorieren und deinen Blick am Hund vorbei oder sogar demonstrativ in eine andere Richtung lenken. 

Sollte dir das nicht möglich sein, solltest du deinen Fokus auf die Pfoten des Hundes lenken und den direkten Blickkontakt in die Augen vermeiden. 

Abstand halten

Es ist vollkommen ok, einen Bogen um fremde Hunde zu machen. Ein Bogen kann sogar deeskalierend wirken und ist in den meisten Fällen besser, als starr und ängstlich seinen Weg "durchzuziehen".

Den Hundehalter ansprechen

Manchmal ist ein Hund abgehauen oder der Hundehalter ist einfach ziemlich nachlässig und meilenweit entfernt von seinem Hund unterwegs. Ärgerlich, manchmal auch gefährlich, kommt aber vor. In diesem Fall kannst du diesen Punkt überspringen. 

Ansonsten kannst du versuchen, den Hundehalter darum zu bitten seinen Hund zu sich zu rufen. Bleibe dabei möglichst ruhig und schreie nicht. 

Nicht schreien oder rumfuchteln

Lautes Schreien oder Rumfuchteln macht den Hund erst recht auf dich aufmerksam. Möglicherweise steckt ihn dein aufgeregtes Verhalten an und er fühlt sich animiert, ebenfalls lautstark zu bellen oder ist schlichtweg irritiert über einen Spaziergänger, der sich so ganz anders verhält, als die meisten Zweibeiner.

Da Hunde sensibel auf ungewöhnliche Verhaltensweisen reagieren, ist normales, ruhiges Verhalten das Beste, was du tun kannst.

Natürlich kann man einen fremden Hund versuchen wegzuschicken, das sollte man aber üben und dafür benötigt man definitiv ein selbstbewusstes, angstfreies Auftreten.  Halbherzige, ängstliche oder sogar hysterische Wegschickversuche wirken entweder bedrohlich oder ganz besonders spannend auf einen Hund. Also besser lassen!

Entspannt bleiben

Klingt einfacher, als getan. Dennoch sind Hunde Meister im Lesen der menschlichen Körpersprache. Versuche dich zu entkrampfen und lege dir ein oder zwei simple Atemübungen zu, die dir dabei helfen, kurzfristig etwas zu entspannen und deinen Stress zu reduzieren. Eine lockere Körperhaltung und ruhige Atmung signalisiert auch einem fremden Hund, dass es keinen grund zur Aufregung gibt.

Stehenbleiben oder weitergehen?

Das kommt ein wenig auf die Situation und natürlich auch dich selbst an. 

Betrachte die Gesamtsituation und tue das, was in einer solchen Situation normal wäre. Im Wald solltest du nach Möglichkeit einfach weitergehen, denn das wäre für einen Spaziergänger wohl das normalste. 

In einer Fußgängerzone und besonders, wenn du vor Angst wie gelähmt bist, ist Stehenbleiben hingegen auch möglich. Versuche dabei den Hund zu ignorieren und dir irgendetwas anzuschauen. Beispielsweise ein Schaufenster oder Ähnliches. Manchmal schnuppern Hunde im Vorbeigehen an einem fremden Passanten und gehen ziemlich schnell weiter.

Tipp: Verschränke die Arme vor dem Körper oder stecke die Hände in die Taschen und ignoriere den Hund. In aller Regel verliert der Hund nach wenigen Sekunden das Interesse. 

Auch hier gilt: Deine Reaktion macht die Sache erst spannend oder bedrohlich.

Niemals rennen

Genauso wie hektische Bewegungen, wirkt auch Wegrennen magisch auf Hunde. 

Hier kommt vor allem der Jagdinstinkt des Hundes zum Tragen. Dieser ist unterschiedlich ausgeprägt. Schnelles Wegrennen kann diesen Urinstinkt im Hund auslösen und er wird dir ziemlich sicher folgen. 

Wenn du den Rückzug antreten möchtest, solltest du möglichst ruhig und gelassen Weggehen.

Hundewissen

Je mehr du über Hunde weißt, umso besser kannst du fremde Hunde einschätzen. Es kann also nicht schaden, sich mit der Körpersprache und den natürlich Verhaltensweisen von Hunden zu beschäftigen. Auch für Eltern ist das Wissen über einige Basics wertvoll, um ihre Kinder in Hundebegegnungen sicher anzuleiten.

Einen Hund begrüßen

Die berühmte Hand

Wenn du einen Hund unbedingt begrüßen möchtest, dann solltest du ihm deinen Kontaktwunsch auf keinen Fall aufzwängen. Sinnvoller ist eine einladende Körpersprache. Nicht zu verwechseln mit übergriffiger Körpersprache. Dazu gehört beispielsweise, einen Hund einfach anzufassen, zu streicheln, auf ihn zuzugehen oder sich über ihn zu beugen.

Vor allem bedeutet es, den Hundehalter ERST zu fragen, ob Kontakt erwünscht ist. Ein "Nein" erfordert keine weiteren Erklärungen oder Diskussionen. Auch wenn du ein großer Hundelieber bist: Die Absage an eine Begrüßung wird sicher ihren Grund haben und  gilt immer zu respektieren.

 

Wenn kein Hundehalter in der Nähe ist und ein Hund irgendwo angebunden wartet: Niemals, einfach nie hingehen.

Solltest du befürchten, dass der Hund ausgesetzt oder vergessen wurde, solltest du die ganze Situation eine ganze Weile beobachten und dann zunächst in den umliegenden Geschäften nachfragen.

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 Sachkundig nach § 11 Tierschutzgesetz.

Mitglied im Verband zertifizierter Hundetrainer eV