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Dopamin & Verhalten

Dopamin & Verhalten

Dopamin ist ein Hormon. Genauer: Ein Neurotransmitter, der maßgeblich an der Weiterleitung von Informationen zwischen Nervenzellen beteiligt ist.

Welche Wirkung Dopamin im Gehirn entfaltet, hängt davon ab, mit welchen anderen Neurotransmittern (Botenstoffen) es kombiniert wird. 

Generell wird Dopamin meist den Glückshormonen zugeordnet. Wobei das nicht ganz stimmt. Früher ging man davon aus, dass Dopamin zum „etwas mögen“ gehört. Mittlerweile weiß man, dass es vielmehr um das „etwas wollen“ geht. Es ist also eher mit der Erwartung auf etwas Tolles verbunden: Der Motivation.

 

Dopamin aktiviert das Lustzentrum im Gehirn. Der Nucleus accumbes ist ein Gehirnareal, welches Verhaltensweisen anstößt, wenn emotionale Reize auftreten. Diese emotionalen Reize können sowohl positive als auch negative sein. 

Der Nucleus accumbes ist mit anderen Gehirnstrukturen verbunden, welche wiederum für Emotionen und auch Erinnerungen zuständig sind. 

Das macht Sinn: An besonders ergreifende Momente in unserem Leben, können wir uns gut erinnern. 

Betrachten wir die Funktionen von Dopamin im Einzelnen:


Glück

Wenn Dopamin freigesetzt wird, spüren wir Glück und auch Entspannung, wie beisipelsweise beim Sex, dem Essen, aber auch hinsichtlich des sozialen Status spielt es eine Rolle.

Lernen & Erinnerung

Wenn Lernen eine emotionale Komponente hat, wird es besser erinnert und verarbeitet. 

Diesen Effekt kann man sich auch aktiv zu nutze machen: Verhaltensweisen, welche mit einer Belohnung einhergehen, werden wiederholt. 

Motivation

Das Dopamin macht nicht nur gute Gefühle, während wir etwas tun, sondern schon vorher. 

Dopamin wird freigesetzt, um etwas Angenehmes zu erreichen und Unangenehmes zu vermeiden. 

Depressionen gehen sehr häufig mit einem Dopaminmangel einher, was eine Erklärung für Antriebslosigkeit und Motivationsmangel sein kann.

Neugierde

Neugierde auf etwas, was man nicht kennt, oder was man nicht ganz versteht oder erfassen kann.

Auch hier ist Dopamin im Spiel. Warum wir uns unwichtigen Gossip so gut merken können? Weil die Neugierde uns antreibt, welche wiederum mit Dopaminausschüttung gekoppelt ist, welche wiederum mit emotionalem Lernen verbunden ist.

Wenn beim Lernen die Neugierde geweckt wird, scheint das also nachweislich vorteilhaft zu sein.

Einfallsreichtum & Kreativität

Die Dopaminrezeptoren im Thalamus beeinflussen die Wahrnehmung und das logische Denken. Der Thalamus selbst filtert Informationen.

Wenige Dopaminrezeptoren bedeuten: weniger Ausfiltern von Signalen und damit ein großer Informationsfluss. Dies erklärt die vielen außergewöhnlichen Assoziationen, die besonders kreative Menschen haben. Aber auch bei Menschen, die von Schizophrenie betroffen sind, besitzen weniger Dopaminrezeptoren und weisen seltsame Verbindungen auf.

Impulsivität

Individuen können ihre Dopaminkreisläufe unterschiedlich gut oder schnell aktivieren. Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab. 

Individuen mit leicht zu aktivierenden Dopmainsystemen sind meist offener für neue Erfahrungen, verhalten sich meist auch impulsiver. Gleichzeitig sind sie jedoch auch anfälliger für Suchterkrankungen und meist auch risikofreudiger.

Dopamin beeinflusst also auch die Persönlichkeit.

Sucht & Dopamin

Verhaltensweisen wie Hetzspiele häufig zu wiederholen, führt zu einer verstärkten Kommunikation zweier Gehirnareale: den Nervenzellen des Nucleus accumbens und dem präfrontalen Cortex.

Der präfrontale Cortex ist für logisches Denken, Planung und Entscheidungen zuständig.

Mit jeder Wiederholung wachsen zwei Dinge zusammen:

Das, was uns gefällt verbindet sich immer mehr mit dem Gefühl von „will ich haben“.Diese Verbindung bringt uns dazu, diesem Wunsch nachzugehen und das Verhalten zu wiederholen. Beim Balljunkie: Die Quelle des Vergnügens wird immer wieder aufgesucht: „Los wirf endlich!“.

Biologisch hat dieses System viel Sinn gemacht: Eine Tätigkeit soll Spaß machen, auch wenn sie nicht immer unmittelbar von Erfolg gekrönt ist, damit sie entsprechend häufig wiederholt wird und dann irgendwann doch zum gewünschten Ergebnis führt. Beispielsweise Fortpflanzung oder auch Jagen.

Dopamin an sich kann nicht zur Sucht führen. Denn alle natürlichen Abläufe, bei welchen Dopamin ausgeschüttet wird, dienen einem Zweck und Dopamin wird wieder abgebaut. So wird ein natürliches Gleichgewicht erhalten.

Ist ein Individuum -beispielsweise durch exzessives Wiederholen eines dopamingekoppelten Verhaltens- jedoch über einen längeren Zeitraum voller Dopamin, kann eine Sucht ausgelöst werden.

Wie suchtanfällig ein Individuum ist, hängt auch maßgeblich von der Fähigkeit zur Impulskontrolle ab. 

Wir merken uns also:

Dopamin alleine macht nicht abhängig. Die zwanghaften Verhaltensweisen, mit denen ein Individuum versucht seinen Dopaminspiegel nach oben zu treiben, führen jedoch zur Abhängigkeit.

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