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Atemübungen für mehr Entspannung mit deinem Hund

Atmen

Manchmal ist man einfach gestresst. Job, Kinder, Alltag, Hund,... Und obwohl auch dein Hund sicher irgendwann mal eingezogen ist, um dein Leben zu bereichern, kennst du sicher diese Momente, in denen dann "auch noch der Hund" nervt oder zu viel ist und ein zusätzlicher Stressfaktor.

Erst recht, wenn nicht Alles easy läuft.

Doch dein eigenes Stresslevel hat einen immensen Einfluss auf das Verhalten deines Hundes. Jeder Spaziergang, während dem du genervt und gestresst bist, lässt auch deinen Hund die Erfahrung machen: "Aktivitäten mit meinem Menschen sind stressig".

Jedes Mal, wenn du den Ärger über eine misslungene Übung oder eine schiefgegangene Situation bis nach Hause nimmst, behältst du -und dein Hund- dieses Gefühl viel länger, als nötig. Und viel länger, als es gesund ist.

Das ist keine gute Grundlage für Entwicklung oder gar Training an Problembereichen.

Das Gute ist: Mit sehr einfachen Tricks, kann man schon kleine Veränderungen herbeiführen, ohne dabei gleich in ein riesiges Trainingsprogramm starten zu müssen oder seinen Alltag umzukrempeln.

Ungeduld macht Ergebnisse aber auch stress

Ab einem bestimmten Zeitpunkt war ich einfach nur noch genervt von den Spaziergängen mit Rosi. Egal, mit wie viel guten Vorsätzen ich startete und wie ausgefeilt mein Trainingsplan war: Meine Anspannung und mein Ehrgeiz, ihr impulsives Verhalten in den Griff zu bekommen, führte dazu, dass ich viel zu viel Druck aufbaute. Ich konnte in der Praxis nicht akzeptieren, dass ich einen problematischen Hund habe. Auch, wenn alles dafür sprach, dass Rosi einen extrem ungünstigen Hintergrund hat, um überhaupt jemals ein entspannter, souveräner Hund zu werden, wollte ich sie umdrehen. Und das zügig.  

Geendet haben viele unserer Spaziergänge und Übungsrunden mit einem überforderten Hund und mir, frustriert, entmutigt, gestresst.

Pragmatische erste Schritte im Jetzt

Neben sehr viel Arbeit an mir selbst haben mir Entspannungsübungen geholfen. Da ich, wie man an meiner Einleitung gut erkennen kann, eine eher ungeduldige Person bin, kann ich mich eeeeewig langen Meditationen kaum etwas anfangen.

Das alleine kostet mich so viel Impulskontrolle, dass ich allein davon schon mental erschöpft bin.

Also machte ich mich auf die Suche nach praktischen, kurzen und alltagstauglichen Übungen, die ich aktiv und adhoc einsetzen konnte.

Dabei stolperte ich über die Ausbildung zum Entspannungstrainer und bekam dort einen guten Einblick über die vielen Möglichkeiten von Entspannungstraining.

Vor allem, weil wir so viele gute Ansätze auch auf Hunde übertragen können.

Alles beginnt bei dir

Bevor du anfängst, deinen Hund entspannen zu wollen, solltest du einen kleinen Check-up an dir selbst durchführen: Wie häufig bist du angespannt, wenn du mit deinem Hund zusammen bist?

Ist es die leichte Ungeduld, wenn er nicht gleich reagiert, obwohl er das Signal genau kennt?

Ist es das Anbellen, wenn es ihm nicht schnell genug geht? Oder die kleine Sequenz Anspannung zwischen deinem Hund und anderen Hunden in deinem Haushalt, in der du jedes Mal die Luft anhältst? Oder sind eure Spaziergänge regelmäßig ein Desaster und nur dann halbwegs entspannt, wenn euch dieser Hund, jener Nachbar oder überhaupt am besten niemand begegnet?

Wie auch immer, kannst du damit beginnen, gezielt total simple Atemübungen zu machen. Damit gaukelst du nicht nur dir, sondern auch deinem Hund Entspannung vor, während dein Gehirn möglicherweise immer noch alarmiert ist. Das ist total egal, denn es funktioniert. 

Denn Entspannung funktioniert nicht nur als Einbahnstraße vom Gehirn zu deinen Emotionen à la: "Mach dir beruhigende Gedanken, dann wirst du auch ruhig". Es geht auch andersherum: Verhalte dich ruhig und du wirst automatisch ruhiger. 

4-6-8

Die aller-aller-einfachste Atemübung aus meinen 4 Lieblingsübungen heißt: "4-6-8". Du kannst sie immer einsetzen. Egal wo du gerade bist und was du gerade tust. Durch diese Übung wirst du automatisch ruhiger, dein Blutdruck wird gesenkt und dein Atem wird tiefer.

  1. Atme durch die Nase ein und zähle dabei bis 4.
  2. Halte den Atem an und zähle bis 6.
  3. Atme aus und zähle dabei bis 8.

Fertig!

Du kannst diese Übung mehrmals wiederholen und den Effekt schon bald bei deinem Hund beobachten. 

Denn, wenn du eine ruhigeren Atem hast, verbessert sich deine Sauerstoffversorgung, dein Atem wird tiefer und du entspannst.

Dein Hund orientiert sich an dir und du wirkst nicht länger mindestens genauso aufgepusht, angespannt oder gestresst wie er selbst. 

Wann ich diese Übung einsetze

Ich habe mich eine Weile ausschließlich auf diese Übung konzentriert und war schockiert: Erst jetzt fiel mir auf, wie auffällig kurzatmig ich wurde, wenn Rosi und ich auf eine Stresssituation zuliefen. Während ich äußerlich ruhig wirkte (nicht für Rosi) scannte ich: Situation, wieviel Platz, Reize, wohin ausweichen, jetzt korrigieren, wieder loben, weiter gehen, jetzt keine Stöckchen schreddern lassen,.... DAS Alles auf einmal geht nicht und das Mitzählen beim Atmen half mir, den ganzen Mist auszublenden. Witzigerweise war das der erste Schritt in ein faires und viel effektiveres Training. 

Natürlich bin ich immer noch aufmerksam, wenn ich sehe, dass Rosi in eine FÜR SIE stressige Situation gerät. Aber mit Hilfe verschiedener Techniken kann ich dabei entspannt bleiben und ihr so viel besser helfen. Denn solange du nicht entspannt bist, kannst du deinen Hund nicht dazu bringen, ruhiger zu werden. 

Atemübungen sind dabei eine so einfache Unterstützung und jederzeit einsetzbar.

Tipp: Wenn du in Schritt 3 (Ausatmen auf 8) deinen Hund lobst, hat deine Stimme den perfekten Klang, um ruhiges Verhalten zu verstärken.

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Socialwalks können dir und deinem Hund helfen, in Anwesenheit anderer Hunde und Menschen zu entspannen.

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