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Bitte nicht ...

Hochspringen lassen

Es gibt da so eine Sache, über die muss ich jetzt mal Klartext reden: "Das nervt"! Im Durchschnitt wandern meine Winterjacken etwa einmal pro Woche in die Waschmaschine. Und das nicht etwa, weil ich mich gelegentlich im Dreck wälze oder mir meinen Café überschütte. Nein, weil du deinen Hund an mir hochspringen lässt und das scheinbar voll in Ordnung findest.

 

Es scheint da so ein Phänomen zu geben. Ich habe das Gefühl, dass viele Hundehalter denken, dass es einem Hundetrainer nichts ausmacht, von ihrem Hund angesprungen zu werden. Natürlich macht es mir nicht wirklich etwas aus und theoretisch kann ich mich in den meisten Fällen dem Hüpfehund auch entsprechend verständlich machen, so dass er für den Moment damit aufhört. Aber ich weiß auch, dass ich zu Beginn des nächsten Trainings wieder angesprungen werde. Vielleicht darf der Hund auch sonst alle Menschen anspringen. Meist ist es aber so, dass mir fast jeder Teilnehmer aus den Einzelcoachings und den Gruppen sagt, dass er das gerne ändern möchte und es "eigentlich" nicht gut findet, dass sein Hund an Menschen hochspringt. Während mir das erklärt wird, hüpft der Hund zustimmend an mir auf und ab.

Trotzdem greift ihr nicht ein. Und ich nehme mich da selbst nicht aus. Denn Rosi springt Menschen, mit denen sie mal besonders viel Spaß hatte, auch ganz gerne zur Begrüßung an. Geht garnicht. Trotzdem hab ich das auch schon oft eher verlegen weggelacht, ohne an der freundlichen Begrüßung selbst zu arbeiten und in erster Linie mal dafür zu sorgen, dass Rosi in dem Moment keine Gelegenheit hat, ihren Gegenüber anzuhopsen. "Anzuhopsen". Du merkst  es selbst. Man neigt dazu, unangenehme Angewohnheiten erstmal zu verniedlichen, bis einem jemand sagt, dass er das echt ätzend findet.

Das hat er noch nicht gelernt

Dass kein Hund und Mensch perfekt ist, steht außer Frage. Es ist also garnicht schlimm, wenn dein Hund bei einer Begrüßung so aufgeregt ist, dass er an mir hochspringt. Solange du bemüht bist, deinen Hund sofort zurückzupfeifen oder (noch besser) zumindest versuchst, dafür zu sorgen, dass es erst garnicht so weit kommt. Denn, wenn man seinem Gegenüber durch Eingreifen signalisiert, dass man "dran ist", wird dieser sicher nachsichtiger sein und eine Entschuldigung gerne annehmen. Stehst du allerdings hinter deinem Hund und scheinst es garnicht zu bemerken, dass dieser gerade 2 Liter Schlamm., Pfützenwasser und Sabber auf mir verteilt hat und findest es vollkommen ok, dass du es bisher verpasst hat, deinem Hund einen wesentlichen Teil der Grunderziehung beizubringen, wirkt das rücksichtslos. Ironischerweise zieht der Hundehalter meist mit blitzsauberer Jacke  und Hose von dannen, während ich schon überlege, wie ich die Jacke bis zum nächsten Hausbesuch noch schnell sauber bekomme. 

Sich von seinem Hund zu mir hinziehen zu lassen und dann noch tatenlos daneben zu stehen, während dieser mit seinen süßen Matschepfötchen einmal von Kopf bis Fuß Hallo sagt, ist nicht nur extrem kontraproduktiv, sondern auch einfach echt unhöflich. Vor allem, wenn es dann heißt: "Ja, das macht er immer noch. Er springt immer Leute an". Wenn ich dann höflich darum bitte, es einfach so zu regeln, wie man es sonst in einer "normalen Begrüßungssituation" machen würde, merke ich relativ schnell, ob beim Training selbst was schief läuft und der Mensch zwar redlich bemüht ist, seinem Hund das Anspringen abzugewöhnen, aber keine gute Anleitung gibt oder, ob bisher einfach garnichts passiert ist.

 

Falls es dich beruhigt, du bist kein Einzelfall. Das passiert mir fast einmal täglich. Deswegen nervt es ja auch so. Wie gesagt, nicht das Hochspringen an sich, sondern dein Umgang damit.

 

Eine unangenehme Situation für mich als Hundetrainerin. Denn ich mag aktive Hunde wirklich gerne aber dafür garnicht, schon in den ersten Minuten des Kennenlernens oder Trainings rumzumosern oder deinen Hund abzuschmettern. Je nach Gewicht des Hundes tut das Anspringen auch einfach weh.

Vielleicht erwartet man auch, dass Hundetrainer da nicht so empfindlich sind oder dieser sich durchsetzt und dem Hund das Anspringen direkt und ein für alle mal mit der entsprechenden, einmaligen Erziehungsmaßnahme abgewöhnt. Das ist erstens nicht möglich und für deinen Hund extrem unangenehm. Denn natürlich ist es möglich, die meisten Hunde derart zu beeindrucken, dass sie mich nie wieder anspringen. Das ist dem Hund gegenüber unfair und zurück bleibt ein ziemlich verwirrter Vierbeiner, der bisher dachte, dass zumindestens sein eigener Mensch es super findet, wenn er andere Leute bespringt, ja, es vielleicht sogar bevorzugt. Denn meistens verstärken Hundehalter versehentlich das Anspringen von Menschen. Versehentlich oder aus Nachlässigkeit.

 

Dein Hund badet es früher oder später auf unangenehme Weise aus, wenn du zu bequem zum Üben bist.

 

Wenn dein Hund Menschen anspringt, kann das verschiedene Gründe haben und er wird das sicherlich nicht einstellen, indem du einfach abwartest oder dich sogar darauf verlässt, dass die jeweils Angesprungenen entsprechend reagieren, deinen Hund abwehren, ihn ignorieren oder tadeln.

 

Es ist dein Job, aktiv zu werden. Niemals der, deines Gegenübers!

Von selbst wird dein Hund damit nicht aufhören

Dafür passiert einfach oft zu viel Verstärkendes: Ein Hund, der Spaß will, bekommt in jedem Fall seine Action. Ein Hund der den Fremden eher auf Abstand halten oder einschüchtern möchte, erzielt meist ebenfalls den gewünschten Effekt und das Anspringen ist für deinen Hund fast immer lohnenswert. Dein Hund wird also eher noch häufiger an Menschen hochspringen, als damit aufzuhören, solange du nicht tätig wirst. 

Korrektur "gone wrong"

Mit dieser Klartext-Folge möchte ich keinesfalls dafür plädieren, dass du deinen Hund nun zukünftig hart in den Senkel stellst, sobald er nur ansatzweise aufgeregt ist, sobald sich Besuch ankündigt. Denn auch zu viel Korrektur, falsches Timing oder eine aufgebrachte Stimmung können das Anspringen zusätzlich verstärken. Der einzige Weg ist, deinem Hund zu zeigen, was du wirklich von ihm möchtest und wie das geht. Trainiere fair und gib deinem Hund die Möglichkeit, sich das Hochspringen mit deiner Hilfe abzugewöhnen.

 

Un damit keiner mehr sagen kann "Das hab ich nicht gewusst", bekommst du meine persönliche Anleitung gegen das Anspringen und für freundliche Begrüßungen jetzt vollkommen kostenlos. 

 

Ich freue mich auf unsere nächste oder vielleicht auch erste freundliche Begrüßung ;-),

deine 


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Glücksmomente, Abenteuer & Training mit Hund

Im Jahr 2009 habe ich RehabiliTiere gegründet. Meine große Leidenschaft ist es, dich und deinen Hund fit für euren Alltag zu machen. Egal welche Rasse und egal wieviel Arbeit möglicherweise noch noch vor uns liegt. Dabei ist es mir besonders wichtig, dass dein Hundetraining bei aller Ernsthaftigkeit Spaß macht und du mit deinem Hund immer ein bisschen glücklicher wirst!

Ich bin Mitglied im Verband zertifizierter Hundetrainer e.V. und bin nach § 11 des Tierschutzgesetzes als sachkundig befunden.