Mit dem Hund in Italien

Oder: Die Hitze, der See und der gute Wein

Geplant war der Urlaub eigentlich ohne Hunde. Umso größer die Herausforderung, als wir sie spontan doch mitnehmen wollten.

Normalerweise würde ich einen Urlaub mit Hunden ganz anders planen. Erst recht, wenn auch noch Rosi mit soll, die mit fremden Menschen und Hunden immer ein besonderes Auge benötigt. So ist sie zwar meine liebste Wanderpartnerin und für jede Sportart zu haben, aber mit ihr entspannt am Strand zu liegen, gar in einem Hotel, lag fernab meines Optimismus.

Grace, mittlerweile 13 Jahre, kann ich blind vertrauen. Dennoch sind es aktuell auch in Italien knapp 40 Grad und somit eine echte Strapaze für Hund - und Mensch. 

Die Anreise mit dem Auto

Mit dem Hund zu verreisen setzt organisatorisches Geschick und etwas stärkere Nerven voraus. Regelmäßigere Pausen an Raststätten, die ein Minimum an Schatten bieten und wo der Hund sich ebenfalls halbwegs gefahrlos die Beine vertreten kann. In Italien angekommen, kam die erste Überraschung: Auf den Autobahnraststätten wurden alle Vierbeiner ganz selbstverständlich mit hineingenommen. Auch dort, wo offene Nahrungsmittel verkauft wurden. "Naja, vielleicht sind die einfach dreist", dachte ich mir, während ich mit meinen Hund brav vor der Raststätte wartete, während mein Begleiter sich in den klimatisierten Räumen abkühlen konnte und Getränkenachschub orderte. Nachdem der vierte Hundehalter nebst Köter an mir vorbei marschierte, wagte ich den Regelverstoß und siehe da: Niemand sagte etwas. Das gefiel uns schon mal.

Erster Stopp: Luxus-Spa bei Modena

Dieses Hotel kann ich wirklich nur wärmstens entfernen. Wir wurden superfreundlich empfangen. Die Zimmer sind alle eher Appartements und Hunde kein Problem. Wir durften unsere Vierbeiner mit zum Frühstück, an den Pool und natürlich auch ins Zimmer mitnehmen. Direkt am Hotel verläuft ein Bach, an dem sich die Hunde abkühlen können und die Gegend lädt zum Wandern ein. Wer es ein wenig hügelig mag oder sogar gerne Downhill fährt, findet hier direkt vor der Tür die erste Strecke zum Spaß haben. Zum Hotel gelangst Du hier. Dort erfährst Du auch mehr über den schönen Spabereich und die individuell eingerichteten Suiten, die dank der dicken Steinmauern ein wundervolles Klima hatten.

Weiter zum See

Unser nächstes Ziel liegt knapp 400 km weiter südlich: Lago Bolsena. Einwunderschöner See mit moderatem Tourismus. Da der Sommer und die unglaublichen Temperaturen erst Recht vor Italien keinen Halt gemacht haben, verbrachten wir den Tag überwiegend im Schatten, in unserem kleinen Ferien-Appartement oder am Strand. 

Besonderer Tipp für Hundehalter: Der See ist an verschiedenen Stellen bequem mit dem Auto zugänglich und man kann sehr flexibel parken.Meist findet man einen Schattenplatz, da es um den See herum sehr grün ist und Bäume keine Mangelware. Es gibt jedoch auch einige, für Autos abgesperrte Bereiche, welche nur zu Fuß zu erreichen sind. Das sind die besonders schönen Stellen: Hier parkt man, geht einige Schritte und findet kleine Buchten, Holzstege, die man ganz für sich alleine hat und die über das glasklare Uferwasser führen. Hunde waren nirgends ein Problem und gastronomisch findet hier jeden seinen Platz. Viel Tourismus und Party darf man nicht erwarten, wobei die umliegenden Städtchen durchaus darauf eingestellt sind ausländische Gäste zu empfangen.

Wer es in direkter Wassernähe mag, findet direkt am See einen Campingplatz und dem morgendlichen Sprung ins Wasser steht nichts mehr im Wege. Viel Comfort sollte man nicht erwarten: Es gibt einen Strom- und Wasseranschluss für Wohnmobile und für Camper Duschen und Toiletten. Dafür urlaubt man aber auf einer fast naturbelassenen Wiese unter Olivenbäumen. Wer also gerne in direkter Strandlage schlafen möchte und es minimalistisch mag, ist hier richtig.

Fazit

Mit Hund sollten für diese lange Strecke von insgesamt über 1000 km, besonders im Sommer, Pausen oder längere Zwischenstopps eingeplant werden. Ist es heiß, kann die lange Fahrt nicht nur für uns, sondern besonders auch für unsere Hunde, extrem anstrengend und zermürbend werden. Rastplätze und Parkplätze liegen in Italien an der Autobahn fast alle in der prallen Sonne und man kann kaum ausweichen.

Hat man sein Ziel erst mal erreicht, findet man tolle Wandermöglichkeiten und sehr viel hundefreundliche Menschen. Mein Eindruck war, dass der Umgang mit Hunden, trotz Hauptsaison, in Gastronomie, Naturparks, Einzelhandel und auch am Strand wesentlich liberaler und freundlicher war, als wir es in Deutschland handhaben. Jedenfalls solange man sich von den Touristen-Hotspots fernhält. Ein Grund bald wieder zu kommen.

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