Cooler kühlen für Hundehalter

Traumwetter, einlaues Lüftchen, kühle Drinks oder ein Eis und der Sommer ist perfekt. Deinem Hund kannst Du die heißen Tage mit ein paar coolen Kühltipps verschönern.

Da Dein Hund nicht so wie Du über die Haut schwitzen kann (Meine Tochter würde sagen: "Mama, Du bist ganz flüssig"), ist er darauf angewiesen zu hecheln. Einzig ein paar Schweißdrüsen an den Pfotenballen ermöglichen es dem Hund über die Hautoberfläche zu schwitzen. Den Rest der Temperaturregulation erledigt das Hecheln. Über die Haut kann Dein Hund zwar Wärme abgeben, es entsteht aber keine Verdunstungskälte, wie bei uns Menschen. Durch Zucht und der damit einhergehenden Veränderung des Fells, staut sich bei vielen Hunden die Hitze im langen, dichten Fell. Das Fell Deines Hundes muss also dünn genug sein, um Luftzirkulation zuzulassen und gleichzeitig dicht genug, um vor Sonnenbrand zu schützen. 

Wie Du Deinem Hund Erleichterung verschaffen kannst

 Einfach mal relaxen. Immer wieder erzählen mir erstaunte Hundehalter, wie schlecht ihr vierbeiniger Freund mit der Hitze zurecht kommt. "Dabei kommt er doch aus Spanien und müsste sommerliche Temperaturen gewöhnt sein".

"Jaaaaaaa, schon" sage ich dann. Aber die Hunde im Süden würden niemals auf die Idee kommen, bei 30 Grad und mehr, mittags um 13 Uhr ins Agility zu gehen oder gar nur eine Kralle zu bewegen. Sie dösen. Und das, wenn es irgendwie geht, den ganzen langen, heißen Tag.

Lass bei Temperaturen über 30 Grad mal den Ehrgeiz Ehrgeiz sein und verzichte auf anstrengendes Training oder das Erreichen des "Auslastungspensums". Ein Hund, der grundsätzlich ausreichend bewegt und gefordert wird, kommt wunderbar damit zurecht, auch mal zu chillen. Verlege die große Gassirunde auf früh morgens oder spät abends, am besten in den Wald oder eine Strecke, die natürliche Wasserstellen bietet, an welchen sich Dein Hund abkühlen kann.

Beachte aber, dass es den Kreislauf Deines Hundes überfordern kann, wenn er überhitzt in einen kalten See springt. 

Falls Dein Hund keine Lust auf eine Badesession hat, kannst Du die Zeit super nutzen, um Deinem Hund zu Hause einen Trick, zum Beispiel "Pfoten ins Wasserbecken" beizubringen. Dafür benötigst Du nur eine Schüssel mit Wasser, Leckerlies und ein wenig Geduld.

Mach Dich nass

Nasses Fell kühlt Deinen Hund, während es verdunstet. Überschütte Deinen Hund aber nicht mit kalten Wasser. Er ist schließlich kein Frühstücksei und "Abschrecken" wirkt in diesem Fall meist wirklich abschreckend. Nämlich genau einmal.

Beginne lieber mit angenehm kühlen Wasser, aber keinem Eisbad, mach erst die Pfoten und Beine nass und warte ab, wie Dein Hund sich verhält. Genießt er das feuchte Fell und mag mehr? Dann wäre vielleicht auch Zeit für ein Wasserspiel.

Ein Wasserschlauch oder eine Wasserspritzpistole ist für Deinen Hund nur lustig, wenn er vor solchen Gegenständen wirklich keine Angst hat. Die meisten Hunde finden es überhaupt nicht lustig, abgespritzt zu werden.

Gehört Dein Hund zu den vorsichtigen Kandidaten, sind Leckerlisuchspiele im Wasser (danach fischen oder tauchen) die bessere Alternative.

Du hast wohl 'nen Schatten

Hoffentlich. Denn die meisten Hunde haben ein ganz gutes Gefühl für angenehme Temperaturen und ziehen den kühlen Fliesenboden, den Keller oder andere, dunkle, schattige Plätze dem gemütlichen, orthopädischen Luxusliegeplatz vor. Schaffe eine kühle Rückzugsmöglichkeit für Deinen Hund. In Wohnungen ist meist das Badezimmer ein guter Ort dafür. Ist auch das zu warm, kannst Du Deinem Hund dort ein nasses Handtuch anbieten.

Freie Platzwahl

Ziehe Deinem Hund keine nassen T-Shirts oder Kühljacken an. Er kann sich so nicht entziehen und im Gegensatz zu einem nassen Handtuch oder einer Kühlmatte nicht gehen, wenn sie genug haben. Beachte auch das Risiko des Verkühlens.

Eis, Eis Baby

Eine Erfrischung hat noch keinem geschadet und viele Hunde lieben ein kaltes Hunde-Eis. Befülle dafür einen Kong oder andere Hundespiezeuge und friere das Ganze ein. Aber Achtung: Nicht umsonst wird mit heißen Ländern meist warmer Tee getrunken. Die kurzfristige Abkühlung durch kalte Lebensmittel und Getränke heizt den Stoffwechsel auf und sorgt für mehr Körpertemperatur. Zudem solltest Du Deinem Hund zunächst nur keine Portionen Gefrorenes geben und ihn nicht zu lange schlecken lassen. Einige Hunde bekommen Mandelentzündungen durch exzessives Eisessen. Auch Hirnfrost soll es schon gegeben haben ;-)

Wasser für den Hund

Wasser sollte selbstverständlich sein und durch das ganze Jahr hinweg immer frei zugänglich sein. Besonders an heißen Tagen kannst Du Deinem Hund mehrere Trinkstellen anbieten und auf längere Spaziergänge eine Trinkflasche mitnehmen. Mittlerweile gibt es eine Fülle von Trinkflaschen mit integrierten Trinknäpfen, Faltnäpfe usw.

Fellpflege

Pflege das Fell Deines Hundes. Nur wenige Hunde müssen quasi nie gebürstet werden. Achte darauf, die Unterwolle Deines Hundes regelmäßig zu entfernen. Manche Rassen sollten regelmäßig mit speziellen Bürsten getrimmt werden, Am besten wendest Du Dich an einen ausgebildeten Groomer in Deiner Nähe. Dieser kann Dich beraten und weiß, worauf zu achten ist. 

Manche Menschen lassen ihre Hunde auch scheren, Je nach Fellbeschaffenheit kann dies eine echte Erleichterung sein. Leider werden häufig Hunde geschoren, deren Fellbeschaffenheit dafür nicht geeignet und trimmen die bessere Alternative ist. Las Dich auch hier besser beraten, bevor Du vorschnell selbst Hand anlegst. Es dauert eine ganze Weile, bis geschorenes Fell wieder nachwächst. 

Hunde mit kahlem Nasenspiegel, sehr kurzem Fell oder geschorenen Stellen, solltest Du ausreichend Sonnenschutz bieten und die empfindlichen Stellen eincremen.

Hund im Auto

Schon bei niedrigen Temperaturen, also ab ca. 18 Grad, kann das Auto zur tödlichen Falle für Deinen Hund werden. Parke immer unbedingt im Schatten und bedenke, dass ein geöffnetes Fenster meist nicht ausreicht. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Boxen und Gittern für Autos, so dass Du sowohl Heck- als auch Seitentüren geöffnet lassen kannst und ausreichend Luft zirkuliert. Teste vorher immer, wie sich die Temperaturen im Auto entwickeln und bedenke auch, dass der schattige Parkplatz innerhalb einer halben Stunde, je nach Sonnenstand, schnell zum Sonnenplatz werden kann.

Sonnenstichgefahr

Oft unterschätzt wird die Gefahr des Sonnenstichs. Dank Klimaanlagen, kann das Auto auf angenehme Temperaturen runtergekühlt werden. Sitzt Dein Hund im kühlen Auto in der Sonne (Achtung: Auch während der Fahrt oder im Stau beachten!), ist die Temperatur zwar niedrig, direkter Sonneneinstrahlung ist der Kopf des Hundes aber dennoch ausgesetzt, kann dies schnell und vor allem unbemerkt zum Sonnenstich führen. Sorge deshalb auch bei klimatisierten Autos immer für Schatten.

Plötzliche Sportfreude im Sommer

Ja, im Sommer mit dem Rad unterwegs zu sein ist toll und macht Spaß. Und natürlich sollte die körperliche Auslastung Deines Hundes nicht zu kurz kommen. Viel zu oft sind Hunde aber viel zu wenig trainiert, um dann bei wärmeren Temperaturen (ab 20 Grad) neben dem Rad herzulaufen. Das überfordert meist das Herz-Kreislauf-System und kann Deinem Hund nachhaltig mehr schaden als nutzen. Sportliche Höchstleistungen, Ausdauersport, Agility und auch Nasenarbeit sollten immer im Schatten, bei morderaten Temperaturen, in kurzen Sequenzen und mit ausreichend Flüssigkeitsangebot stattfinden. Schone Deinen Hund bei heißen Temperaturen und verlege den Start Eures Sportprogramms auf den Herbst.

Geteerte Pfoten - glühende Sohlen

Halte Deinen Handrücken für mindesten 20 Sekunden auf den Asphalt. Ist das noch angenehm, darf Dein Hund darauf laufen. Wird es unangenehm, ist das ein deutliches Zeichen für Dich, Deinem Hund entweder mit Booties auszuhelfen oder eine andere Strecke zu wählen, um Deinen Hund vor verbrannten Pfoten bzw. Fußballen zu schützen.

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