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Corona-Infektion beim Hund

Hunde mit Coronavirus, Hund mit Atemschutzmaske,
Die Medien schüren die Panik einer Infektion von Mensch zu Hund und umgekehrt.

Zwischendurch ging es ja mal kurz durch die Presse: In China werden teilweise massenweise Haustiere auf die ein oder andere Art "entsorgt". Warum? Könnte ja sein, dass der Hund mich mit Corona infiziert.

Bei Tieren ist der Corona-Virus schon länger bekannt und, bei guter tierärztlicher Versorgung, zwar sehr unschön, aber nicht lebensbedrohlich. Welpen, alte und kranke Tiere mal ausgenommen.

Der Corona Virus bei Hunden äußert sich allerdings nicht mit grippeähnlichen Symptomen, sondern eher wie eine deftige Magen-Darm-Infektion.

Corona-Infektion beim Hund

Der Corona-Virus ist in der Tierwelt weit verbreitet und es gibt viele spezialisierte Arten. Für Wirbeltiere wie den Hund, kommen 13 Stereotypen in Frage. Davon sind 2 gefährlich für den Menschen. Eines davon ist beispielsweise auch das SARS-Virus, das 2003 in China ausgebrochen war.

Hunde kommen mit Corona-Viren meist über ihren Fang in Berührung. Indem sie mit infektiösen fäkalen "Spuren" in Berührung kommen, die beispielsweise in Pfützen, auf Pflanzen, im Futter oder auf Lebensmitteln haften oder den Kot einfach direkt verdrücken. Achtung: Wir reden hier von mit Corona-Viren infiziertem Kot. Nicht Kot im Allgemeinen. Und: Die für oder auf den Hund spezialisierten Corona-Viren müssen es dann auch noch sein. Das sind nicht die gleichen, wie die nun auf Menschen "übergesprungenen".

Der Hund schnuppert, leckt oder berührt also eine Stelle, an der Corona-Viren haften und nimmt diese so auf. Die Säurebarriere des Hundemagens kann den Viren übrigens wenig anhaben und die Dinger schreiten auch genau dort zur Tat: Kaum den Magen passiert und im Darm angekommen, geht's los: Kotzerei und Durchfall des Todes. Wer schon mal einen Hund mit Giardien pflegen durfte weiß, dass Hydrantenstuhl keine Disney-Erfindung ist.

 

Neben blutigem Durchfall und Erbrechen kommt es eben zu extremen Flüssigkeitsverlusten, was das eigentliche Risiko für sehr junge, schwache, kranke oder alte Hunde ist. 

Der normale Vierbeiner ist in der Regel aber abwehrstark genug und weder du noch dein Hund bemerkt etwas von der Infektion.

 

Übrigens: Hat dein Hund sich mit Corona-Viren infiziert und war sogar richtig krank, schützt ihn das nicht vor einer erneuten Infektion.

Wie wird der Corona-Virus bei Hunden diagnostiziert

Aufgrund der Symptome denkt an schnell an Parvovirose und ähnliche Infektionen. Der ELISA- oder CELISA-Test bringt Klarheit und wird über das Blutserum gemacht.

Etwas komplizierter und nur an der Uniklinik durchführbar ist der elektronenoptische Virusnachweis. Hier sucht man nach dem Nachweis im Kot und den Darmepitehlzellen (Darmschleimhaut).

Corona-Therapie beim Hund

Da die Symptome sehr stark sind, werden betroffene Tiere meist in der Tierklinik behandelt und erhalten zusätzlich zu Antibiotika vor allem auch Infusionen. Durch die starken, teils blutigen Durchfälle, ist die Darmschleimhaut schnell so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie in Ruhe heilen können muss. So kann der starke Nährstoff- und Flüssigkeitsverlust nicht so gut über Nahrung und Wasser trinken lassen ausgeglichen werden. 

Deshalb ist das Beste dann auch eine absolute Null-Diät für den Vierbeiner. In der Tierklinik erhält dein Hund dann alle wichtigen Nährstoffe und genügend Flüssigkeit über Infusionen, bis sich der Darm so weit erholt hat.

 

Außerdem wichtig: Ist die Darmschleimhaut  beschädigt, haben auch Bakterien und Würmer leichtes Spiel. Antibiotika werden ohnehin meist verabreicht, auch wenn diese gegen den eigentlichen Virus natürlich nichts ausrichten können, aber eben gegen sogenannte Sekundärinfektionen mit Bakterien. Je nach Bedarf erhalten Hunde meist auch eine Wurmkur.

Kann man seinen Hund gegen Corona impfen?

Meinen Recherchen nach gab es vor einigen Jahren auf dem US-Markt einen Impfstoff gegen Corona-Viren. Dieser hatte aber starke Nebenwirkungen wie Bauchspeicheldrüsenentzündungen und Hirnhautentzündungen und wurde kurze Zeit später wieder vom Markt genommen. 

Da der Impfstoff aber ohnehin nur unvollständig gewährleistet werden konnte, wäre eine Impfung zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin fraglich.

Wie immer gilt: Sorge für einen fitten Hund, stärke das Immunsystem deines Hundes und beachte ihn einfach aufmerksam.

Corona-Virus beim Hund nachgewiesen

Der eine Hund, bei dem der für den Menschen gefährliche Virus 2019-nCoV nachgewiesen wurde, ist NICHT mit dem Corona-Virus infiziert. Das Virus wurde auf der Nase des Hundes gefunden. Dort ist es vermutlich hingelangt, als der Hund seinen -tatsähclich mit dem Virus infizierten Menschen- berührt hat.

Kann Corona zwischen Hund und Mensch übertragen werden?

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen sagt dazu:

"Es gibt keinerlei Anzeichen , dass das Virus bei Hunden oder Katzen auftritt. Im gleichen Zug gibt es keine Hinweise, dass das Virus von diesen Heimtieren auf den Menschen übertragen werden könnte."

 

Eine Übertragung von COVID-19 zwischen Mensch und Hund ist nicht nachgewiesen und die speziellen Corona-Viren, mit denen sich Haustiere infizieren können, sind sehr wirtsspezifisch, man könnte auch sagen "wählerisch" und somit für den Menschen vollkommen ungefährlich. 

Fazit zum Thema Corona und Hunde

Da eine Infektion mit Corona-Viren in der Tiermedizin schon lange bekannt ist und auch hier eher immunschwache Tiere betroffen sind, gibt es keinen Grund sich Sorgen um seinen Hund zu machen.

Da auch eine Übertragung zwischen Hund und Mensch unwahrscheinlich ist, geht hier weder von dem einen noch für den anderen eine Gefahr aus.


Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Vierbeiner (Mittwoch, 11 März 2020 09:45)

    Super Beitrag, vielen Dank für die Mühe!

  • #2

    Mela von RehabiliTiere (Mittwoch, 11 März 2020 15:22)

    Sehr gerne und Danke :-)
    Viele Grüße,
    Mela

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