Faires Hundetraining beginnt bei einer guten Ausstattung. Alles, was unbequem ist, reizt, nervt oder stört, hat auch Auswirkungen auf euren Trainingserfolg.

Schlecht sitzende Geschirre, schmale Halsbänder, eine Leine, die du nicht gut festhalten kannst, eine Umhängetasche, die deinem Hund auf den Kopf zu rutschen droht, sobald du dich zu ihm beugst, Leckerlies, die erst aus einer Tasche gewühlt werden müssen, um sie danach aus der Plastiktüte zu fummeln,... All das führt zu Negativverknüpfungen mit eurem Training oder einzelnen Übungen.

Gleiches gilt natürlich für dich: Unbequeme Schuhe, in denen deine Füße kalt werden oder du leicht ausrutschst, können einem das Hundetraining so richtig vermiesen.

 

Ich habe mich dazu entschieden, diesbezüglich keine Kompromisse mehr einzugehen und dir weiter unten eine Liste der Dinge erstellt, die du für das Training bei mir -sowohl im Einzelcoaching als auch in den Kursen- unbedingt benötigst.

Spare nicht an einer guten Ausstattung. Diese wird euch eine ganze Weile begleiten.

 

Geschirr oder Halsband?

Geschirr

Ich habe mich dazu entschieden, ausschließlich mit Geschirr zu arbeiten. Für das Training benötigst du also ein gut sitzendes Geschirr, welches nicht rutscht, nicht zu eng sitzt, nicht scheuert und den natürlichen Bewegungsablauf deines Hundes nicht stört.

Falls du unsicher bist, welches Geschirr das richtige sein könnte, kannst du auch ein maßgefertigtes erwerben. 

Welche Leine?

Führleine

Eine "ganz normale" Leine, sollte etwa 2-3 meter lang sein. Entscheide selbst, ob dir eine mehrfach verstellbare Leine lieber ist oder du das ganz einfach Modell, ohne Ringe und Karabiner, nur mit einer Handschlaufe am Ende bevorzugst.

Ich empfehle dir, beide Varianten auszuprobieren, was für welche Gassirunde und welches Trainingsziel besser für euch funktioniert.

Schleppleine

Die Schleppleine ist eine lange Leine, die ohne weitere Ringe und Karabiner auskommt. So kannst du deinem Hund mehr Raum geben, ohne ihn komplett ableinen zu müssen.

Du kannst ihn so auch mit etwas mehr Abstand anleiten. 

Achte bei der Wahl auf eine angemessene Breite und Festigkeit. 

Ich empfehle eine maximale Länge von 8 metern, arbeite selbst am liebsten mit etwa 6 metern.


Weitere Details zum Führen an der Leine, dem Leinenhandling und der Wahl der richtigen Schleppleinen, vor allem aber auch, wie genau du die Schleppleine einsetzt, erfährst du im Training.

Belohnungen

Belohnungen sind all die Dinge, die dein Hund in der jeweiligen Situation als lohnenswert empfindet. Dies kann -abhängig von Stimmung, Situation, Örtlichkeit, Tagesform, Grad der Ablenkung und innerer Motivation deines Hundes- permanent variieren.

Leckerli & Futter

Gesunde Hunde lieben Futterbelohnungen. Nicht immer und überall. Aber besonders dann, wenn es darum geht, deinem Hund die ersten Schritte oder Bewegungsabläufe eines erwünschten Verhaltens zu zeigen und auch die feinen Nuancen zu belohnen, sind Leckerli eine gute Wahl.

Sie ermöglichen störungsfreies Weiterarbeiten und du kannst deinen Hund ohne größere Unterbrechungen in einer Übung oder Situation belohnen.

Anfänglich arbeite ich mit einer Mischung aus dem normalen Futter des Hundes, kleinen und weichen Leckerli und als dritte Ergänzung noch etwas größeren Belohnungshappen. 

So bringst du nicht nur Abwechslung in die Futterbelohnungen und steigerst somit die Motivation, sondern kannst situativ die passende Futterbelohnung anwenden.

Funktionale Verstärker

Eine Belohnung kann auch das sein, was dein Hund in dem Moment gerne tun mag: Jagen, Spielen, Buddeln, Schnuppern, jemanden begrüßen, Rennen, Weggehen, Kuscheln, , etwas Apportieren, eine Pause einlegen, eine Lieblingsübung machen, Schlafen, Trinken, Klettern, Knabbern, Schütteln, Freilauf, zu dir kommen usw.

 

Je mehr du deinen Hund und seine Bedürfnisse im Verlauf des Trainings kennenlernst, umso besser kannst du diese Art der Belohnungen einsetzen.

 

Funktionale Verstärker sind meist noch effektiver, als Futterbelohnungen, insofern sie richtig eingesetzt werden. 


Zu Beginn des Trainings setzen wir sehr viele Futterbelohnungen ein. Mit zunehmender Routine und einer engeren Bindung zwischen dir und deinem Hund, wirst du lernen, wann du Futter durch funktionale Verstärker ersetzen kannst.

Leckerlibeutel

So, wie die Leine deines Hundes gut in der Hand liegen sollte und dein Hund ein Geschirr tragen sollte, das so bequem ist, dass es ihn während des Trainings nicht einschränkt oder stört, benötigst auch du Equipment, welches dir das Üben mit deinem Hund erleichtert, anstatt des zu verkomplizieren.

Eine der häufigsten Stolperfallen ist die Aufbewahrung von Futterbelohnungen.

Als Faustregel gilt: Leckerli sollten so aufbewahrt werden, dass du diese mit einem Griff parat hast und innerhalb von maximal 2 Sekunden in den Hund befördern kannst.

Das bedeutet: Keine Tupperdosen, keine Zipperbeutel, keine Umhängetaschen, keine zu tiefen Jackentaschen.

Ja, es sieht bescheuert aus, wenn man mit dem Hund das Haus verlässt und scheinbar ein halbes Waffenarsenal an Leckerli mit sich führt. Für jeden sichtbar in einer Bauchtasche. Das sollte dir vollkommen wurscht sein. Noch bescheuerter sieht es nämlich aus, wenn du jede zweite Belohnungsmöglichkeit verpasst, weil du an die Leckerli nicht rechtzeitig rankommst oder deinen Hund dann für etwas ganz anderes belohnst, als du wolltest.

Der größte Irrtum über Futterbelohnungen "man würde den Hund bestechen oder locken und er würde nur dann mitarbeiten, wenn er weiß dass es Belohnungen gibt", beruht auf der falschen Anwendung von Futterbelohnungen. Richtig eingesetzt, sind Futterbelohnungen eine sehr artgerechte und seit jahrtausenden angewandte Technik, um Hunde für ihre Tätigkeiten zu würdigen und die Bindung zu stärken.

Einem Beutegreifer zweimal täglich eine Schüssel vor die Nase zu setzen und ihn für motiviertes Arbeiten im Training nicht belohnen zu wollen, ist eine vollkommene Ignoranz seiner Talente und Bedürfnisse und die Krönung der Vermenschlichung.

Marker

Marker sind sogenannte sekundäre Verstärker. Was genau es damit auf sich hat, erfährst du im Training oder einem meiner Info-Webinare. Diese Form des Trainings gehört unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse mittlerweile zum Grundwissen.

Marker sind kein Allheilmittel. Marker sind jedoch ein essentielles Mosaik im fairen Ressourcenaufbau mit deinem Hund.

Clicker

Der Clicker gehört zu deiner Grundausstattung, wie Leine, Geschirr und Leckerlibeutel.

Im Training erfährst du, wie du diesen richtig anwendest und auch, wann Clickertraining unpassend oder sogar kontraproduktiv sein kann.

Markerwort

Markerworte sind das einzige Tool, das du immer dabei hast. Jedenfalls dann, wenn wir es gemeinsam aufgebaut haben. Es erschließt dir Zugang zu einer klaren Feedbackkultur mit deinem Hund und den Einsatz gut getimeter, unterschiedlichsten Belohnungen.


Für ein konstruktives Training solltest du also folgendes besorgen:

  • gut sitzendes Geschirr,
  • Führleine deiner Wahl, mindestens 2-3 meter, evtl. verstellbar (ausprobieren),
  • Schleppleine (5-8 m), ausreichend breit, gut in der Hand liegend, dem Wetter und Trainingsziel angepasst,
  • Bauchtasche oder Leckerlibeutel, befüllt mit drei verschiedenen Belohnungen.

Das hab ich ja heute ganz umsonst mitgenommen

Es kann vorkommen, dass du während unserer Trainingseinheiten oder auch auf deinen Spaziergängen mit deinem Hund gar keine Leckerli verwendet hast und das Gefühl hast, dass du dich ganz umsonst vorbereitet hast. Dem ist nicht so. 

Ein ausgewogenes und ganzheitliches Trainingsprogramm setzt sich aus verschiedenen Übungen und Maßnahmen zusammen. Dabei soll das Ganze so alltagstauglich wie möglich sein. Manchmal ergeben sich Trainingssituationen, in welchen Futter hinderlich wäre. Dann ist wieder das Gegenteil der Fall. Genauso arbeiten wir auch und du wirst Übungen aus verschiedenen Bereichen kennen lernen: Mal benötigst du Geschirr, Schleppleine, Clicker und Leckerli, dann wieder nur eines davon und beim nächsten Spaziergang konzentrierst du dich ganz auf ruhige Führelemente ohne Futter.

Was nicht passieren sollte

Dieses gefühlte "spontane" Training -je nach Situation- folgt durchaus einem Plan. Neben festen Übungsbestandteilen in deinem individuellen Coachingplan, nehmen wir auch das in unsere Übungen mit auf, was gerade los ist: Kommen uns freilaufende Hunde entgegen? Ist dein Hund heute besonders aufgeregt? Bietet sich die Umgebung für Rückruftraining und Freilauf an, oder ist so viel auf den Wegen los, dass wir uns auf Orientierung an dir konzentrieren?

Deshalb solltest du nicht nur zu unseren Terminen, sondern auch mit deinem Hund alleine, auf alles vorbereitet sein.

Der Alltag zeigt: Es kommt immer ein bisschen anders, als man plant. Zwei Probleme entstehen, wenn du schlecht vorbereitet bist:

  • Dein Hund bietet dir plötzlich ein Verhalten an, mit dem du noch garnicht gerechnet hast, auch wenn du darauf hintrainiert hast. Schade: Du hast keine Belohnungen dabei, weil du nur eine kurze Runde um den Block wolltest. Dabei wäre es jetzt gerade wichtig gewesen, die ersten zaghaften Versuche besnders hochwertig zu belohnen.
  • Dein Hund kann anhand seiner/deiner Ausstattung und der Dinge die du vorbereitest/mitnimmst genau erkennen, was heute passieren wird und welches Verhalten sich lohnen wird, wohin ihr gehen werdet oder ob ihm ein besonders anstrengender Trainings-Spaziergang bevorsteht. Dafür ist es zu Beginn der Trainingsphase häufig viel zu früh und verhindert Fortschritte. Für deinen Hund sollte nicht vorhersehbar sein, ob ihr im Lernmodus seid, oder nicht. Denn dein Hund lernt ununterbrochen.

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