Warum kann man sich nicht abwechseln?

Du kannst dich für Kurse nur anmelden, wenn du es schaffst, die Termine auch selbst wahrzunehmen. Klar, es kann immer mal kurzfristig etwas dazwischen kommen. In diesem Fall kannst du die verpasste Kursstunde im Einzeltraining nachholen.

Deine Mutter, Opa, Freund oder Nachbarin kann dich im Kurs nicht vertreten.

Es ist schön, dass du möchtest, dass dein Hund keine Trainingseinheit verpasst. Gutes und faires Hundetraining basiert jedoch auch immer auf der Hund-Mensch-Beziehung. Es ist also alles andere als egal, wer mit deinem Hund in der Gruppenstunde trainiert.

Der Hauptgrund ist aber:

Die meisten Hunde lernen sehr schnell und verstehen die meisten Übungen zügig. Für uns Menschen ist es allerdings besonders anfangs total schwierig etwas Neues umzusetzen und dabei gleichzeitig noch ein guter Lehrer für den eigenen Hund zu sein. Umso wichtiger ist also regelmäßiges Training und vor allem: sich verbessern lassen, Feedback holen und Routine erlangen.

In den Kursen bauen die Inhalte alle aufeinander auf. Du benötigst also den Input aus den vorherigen Trainingseinheiten und die regelmäßigen Übungswiederholungen mit deinem Hund alleine -zwischen den Kursstunden-, um ready für die nächste Stunde zu sein. 

Deiner Vertretung fehlt dieser Input logischerweise und meist auch die entsprechende Routine. Sie war ja in den Stunden zuvor, die du selbst wahrgenommen hast, nicht anwesend.

Aber wir tauschen uns zu Hause ja aus...

...und meine Mutter soll das auch lernen und mein Mann erzieht den Hund ja auch...

Ich weiß. Es ist manchmal nicht so einfach, alle Familienmitglieder unter einen Hut zu bekommen. Trotzdem ersetzt dein vorbildlicher Rapport am heimischen Esstisch nicht die Teilnahme an der Gruppenstunde, die direkte Anleitung und Tipps. 

In der Praxis hat sich einfach gezeigt, dass dies nicht funktioniert. Und sind wir mal ehrlich: Es wäre schon auch komisch, wenn deine ausführliche Erklärung zu Hause, die Teilnahme an einer Trainingsstunde ersetzen könnte.

Dann könnte ich den Kurs zukünftig auch telefonisch abhalten und euch auf den Anrufbeantworter sprechen, anstatt den Aufwand mit dem ganzen Übungsgedöns zu betreiben. 

Beispiele, warum es nicht klappt und das unfair deinem Hund gegenüber ist

Mona, 16 Wochen. Frauchen Karin:

Mona war anfangs oft aufgeregt in der Welpengruppe. Karin hat geübt, dass Mona hin und wieder auch im Alltag kleine Pausen einlegen muss. 

Im Kurs haben wir besprochen, dass Karin Mona ruhig belohnt, bevor Mona zappelig wird und die Abstände zwischen den Belohnungen schrittweise hinauszögert. Besonders in den Wartepausen, wenn Übungen erklärt werden. Das ist wichtig, damit Mona erst garnicht frustriert und immer unkonzentrierter wird und Karin den Erläuterungen folgen kann.

In der dritten Stunde kommt Jutta mit Mona. Karin kann heute nicht. Aber Jutta geht sonst auch oft mit Mona raus und soll auch mal auf sie aufpassen, wenn Karin nicht da ist. 

Jutta verpasst den Moment, wann Mona eine Belohnung verdient hat, beugt sich dann aber zu ihr hinunter und streichelt sie beruhigend, sobald Mona unruhig wird. Mona wird anfangs dadurch tatsächlich kurz ruhig, jault dann aber umso schlimmer, wenn Jutta aufhört zu streicheln usw..

Davon, dass Jutta Mona bereits für "noch" ruhiges Verhalten belohnen sollte, bevor sie unruhig wird, hat sie noch nie gehört. Karin hat das irgendwie anders erklärt. Ich erkläre es so kurz wie möglich. Jutta ist beleidigt und fühlt sich abgefertigt. Mona jault.

Die anderen Teilnehmer sind genervt, denn es sollte heute eigentlich um Tauschgeschäfte gehen und nicht um das "Ruhe lernen-Üben". Das war in der ersten Stunde bereits ausführliches Thema.

Ich kann kaum dabei zusehen, wie nicht nur Karins toller Trainingsfortschritt vernichtet wird, sondern auch, wie Mona in den Wahnsinn getrieben wird. Ein Dilemma. Und vor allem: Unfair dem Hund gegenüber. Unfair gegenüber den anderen Teilnehmern und auch unfair mir gegenüber.

Lotta, 7 Monate. Frauchen Dörte

Lotta bellt fremde Hunde und Menschen an. Sie ist generell unsicher und benötigt zum Wohlfühlen jemanden, der sie rechtzeitig an die Pfote nimmt und ihr durch aufregende Situationen hilft. In der Gruppe fühlt sich Lotta wohl und wir haben mit dem Clickertraining tolle Fortschritte erzielt.

Heute steht überraschend Wolfgang auf dem Hundeplatz.

Frauchen Dörte hat ihm extra eine riesige Portion Hühnchenwürfel geschnitten und wollte ihm auch noch den Leckerlibeutel mit dem praktischen Eingriff mitgeben. War ihm aber zu albern und hat sich auch erst rausgestellt, als mir auffiel, dass Lotta zwar fleißig geclickert, aber nicht belohnt wird. "Achso...ja..Leckerli habe ich schon dabei, aber mit dem Click ist sie doch schon belohnt oder?" fragt es leicht verunsichert, fummelt nach den Belohnungen, während aus der Zippertüte die Hühnchenteile aus der Tüte kullern und sich auf, über und unter Lotta verteilen. 

Auch Dörte hat Heinz das Alles ganz genau erklärt. 

Was doof ist: Alle anderen Teilnehmer müssen jetzt warten, bis ich Heinz ganz grob und ganz schnell erklärt habe, dass er nach jedem Click belohnen muss und wann er clicken soll. Oder lieber garnicht, weil er dachte, dass mal immer dann clickt, wenn der Hund schauen soll. 

Was noch doofer ist: Eigentlich müsste ich Heinz hochnotpeinlich nach Hause schicken. Für Lotta doof, für mich doof. Für Heinz doof. Und für Dörte vermutlich auch. 

Das sind ja auch Extrembeispiele

Nein. Das ist die Regel. 

Stelle dir die Situation als regelmäßiger Teilnehmer vor: Du hast in den letzten vier Wochen viel gelernt, fast jeden Tag geübt und schließlich auch Geld dafür bezahlt, dass du genau das bekommst, was du bestellt hast: Input, Übungen, die zu dir und deinem Hund passen (oder passend gemacht werden) und besonders das Thema der heutigen Stunde ist dir besonders wichtig. Leider fehlt jetzt die Zeit für deine Fragen oder zusätzliche Tipps, weil heute jemand die Vertretung für XY macht. Das kostet Zeit und ist für alle unbefriedigend. 

Stelle dir die Situation als Trainer vor: Du hast den Kurs gut geplant und vorbereitet, vielleicht sogar einige individuelle Übungen für die jeweiligen Hunde und Menschen mitgebracht. Letztes Mal hast du bemerkt, dass einige Teilnehmer noch etwas Hilfe bei einem bestimmten Thema benötigen und möchtest hierzu ebenfalls noch kurz eine Wiederholungsübung einbauen. Nun steht da ein Mensch, der das letzte Mal vor drei Wochen oder noch nie da war. Mit einem Hund, der jetzt genervt durch die Übungen gezerrt wird, weil (logischerweise) nix von dem klappt, was bei den anderen so leicht aussieht. Damit auch dieser Mensch sich nicht abgewatscht oder bloßgestellt fühlt oder zumindestens der Hund fair behandelt wird -der ja nun wirklich nix dafür kann, dass heute alles anders ist- musst du was tun. Entweder den Mensch nach Hause schicken oder auf Kosten aller anderen Teilnehmer Extra-Anleitungen einbauen, die eigentlich eine Wiederholung sind.

Deshalb gilt deine Kursanmeldung immer für DICH und deinen Hund. 

Ja, aber wir müssen das ja alle lernen

Stimmt. Deshalb kannst du eine weitere Bezugsperson deines Hundes als passiven Teilnehmer  anmelden. Schreib mir dazu einfach ins Nachrichtenfeld.

Dann könnt ihr zu zweit gemeinsam mit eurem Hund am Kurs teilnehmen und wenn dann mal einer ausfällt, kann man das besser aufholen. 

Schließlich ist immer jemand für den Hund dabei, der die vorherige Stunde mitbekommen hat.

 

Falls dir das Alles zu kompliziert ist, ist ein Gruppenkurs vielleicht auch nichts für dich und Einzeltraining passt aufgrund der Terminflexibilität besser? Das Mini-Paket ist hier eine tolle Alternative, enthält ebenfalls 5 Trainingseinheiten, wie die meisten Gruppenkurse . Auch dort können wir die Inhalte eines Kurses gemeinsam trainieren und sogar noch viel individueller üben.

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