Tierschutzhunde

Die Entscheidung für einen Hund aus dem Tierschutz

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Immer mehr "werdende Hundeeltern" entscheiden sich für einen Hund aus dem Tierschutz, sei es aus dem Ausland oder aus einem der vielen Tierheime in Deutschland. Der Grundgedanke ist dabei meist ein sehr ehrenwerter, nämlich einem herrenlosen Hund die Chance auf ein besseres Leben zu gewähren.

 

Oft verlaufen die Eingewöhnung und der Alltag mit dem Vierbeiner tatsächlich überraschend unproblematisch. Manchmal stellen die frisch gebackenen Hundebesitzer aber auch plötzlich Verhaltensweisen fest, mit denen sie nicht gerechnet haben, die ihnen unerklärlich erscheinen oder mit denen sie schlicht überfordert sind.

 

Dank langjähriger Erfahrung mit Pflegehunden aus Tierheimen oder Tötungsstationen, Straßenhunden oder sogenannten als nicht-vermittelbar eingestuften "Wanderpokalen", kenne ich die Problematik gut und auch das Gefühlschaos und die Gewissensbisse, die mit der Frage einhergehen, ob die Entscheidung für "diesen Hund" die richtige, oder eben die falsche war. In den letzten Jahren ist die Anzahl von Hundehaltern, die sich für einen Hund aus dem Tierschutz entscheiden, erfreulicherweise stark gestiegen. Ca. die Hälfte meiner Kunden halten einen Hund aus dem Tierschutz.

Aus Sicht der Auffangstationen, Tierheime oder Pflegestellen ist es schwer vorhersagbar, wie sich ein Hund in der neuen Umgebung entwickeln wird, da sich die Hunde meistens in einer Ausnahmesituation befinden, unter großem Stress stehen und häufig kein für ihr Wesen repräsentatives Verhalten an den Tag legen.

 

Schlechte bis gar keine Sozialisation auf ein Umfeld, in welches sie bei ihrer neuen Familie integriert werden sollen, spielt häufig eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Aber auch die mangelhafte Vorbereitung der zukünftigen Besitzer auf eventuell auftretende Probleme, den Umgang mit Angst und Unsicherheit, Jagdverhalten und Ähnliches durch die verantwortlichen Tierschutzvereine oder "Vermittler" tun ihr Übriges und hinterlassen die neuen Hundehalter ratlos.

Die Ankunft des Hundes

Ich unterstütze und berate Sie bei der Vorbereitung auf den neuen Hund. In welcher Verfassung kann sich der Hund eventuell befinden, wie gehe ich auf den Hund zu, wie gestalten seine zukünftigen Bezugspersonen die ersten Stunden und Tage, was braucht man überhaupt alles für einen Hund und wie reagiere ich auf Anzeichen von Stress?

Eingewöhnung und Alltag mit dem neuen Hund

Gemeinsam erarbeite ich mit Ihnen einen individuellen Trainingsplan für die ersten Tage und Wochen. Wir üben die Gewöhnung an das neue Umfeld, an Halsband oder Geschirr, Leine und den neuen, vielleicht ersten "eigenen", Schlafplatz und Vieles mehr.

Hilfe...

...bekommen Sie von mir auch bei auftretenden Problemen wie der Angst vor Überdachungen, Türen, Hauseingängen, Menschen, lauten Geräuschen, plötzlichen, schnellen Bewegungen, Berührungen, Autofahren, verschiedenen Untergründen und allen weiteren unvorhersehbaren Situationen.

 

Natürlich stehen wir Ihnen auch bei aggressivem, angstaggressivem oder distanzlosem Verhalten des Hundes zur Seite.

Integration

Nicht zuletzt unterstütze ich Sie auch bei der Integration eines Hundes in ein bestehendes Rudel oder generell in Ihre Familie.

Sie sind noch auf der Suche nach einem Hund?

Im Internet gibt es hunderte von Plattformen und privaten Anbietern, kleinen Organisationen und Foren, in welchen Hunde angeboten werden. Leider sind darunter viele schwarze Schafe, denn der Tierschutz stellt mittlerweile auch ein Geschäftsmodell dar. Auch der pure Idealismus führt leider nicht immer zum passenden Vierbeiner. Trotzdem lohnt es sich in jedem Fall, einem bereits lebenden Hund eine Chance zu geben und sich nicht für einen Vierbeiner vom Züchter zu entscheiden. Egal wie Sie sich entscheiden, beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile und auch bei einem Hund vom Züchter gibt es keine Garantie hinsichtlich seiner wunschgemäßen Entwicklung. Ein klares Pro für einen Hund aus dem Tierschutz ist jedoch definitiv, dass es einfach viel zu viele Hunde gibt, die unter dramatischen Bedingungen leben. Eine Lösung für die unkontrollierte und illegale Vermehrung und den Umgang mit Hunden, für die sich letztlich niemand verantwortlich fühlt, ist nicht absehbar. Die gut geplante Anschaffung eines Hundes über eine seriöse Tierschutzorganisation lohnt sich meiner Ansicht nach also in vierlei Hinsicht.

Woran erkenne ich eine seriöse Tierschutzorganisation?

Es gibt einige Punkte, die eine verantwortungsvoll handelnde Tierschutzorganisation erfüllen sollte:

  • Sie haben einen direkten Ansprechpartner. Falls die Tierschutzorga im Ausland tätig ist, benötigen Sie in jedem Fall auch einen Ansprechpartner in Deutschland.
  • Die Tierschutzorganisation ist registriert und die verantwortlichen Personen verfügen über den §11 des TierschG.
  • Bevor Ihnen ein Hund vermittelt wird, wird mit Ihnen ein Kennenlerngespräch bei Ihnen zu Hause geführt. Dies dient nicht nur dem "Kontrollieren" der potenziellen Adoptiv-Familie, sondern auch Ihrer Sicherheit. Insbesondere sollte in diesem Gespräch auch geklärt werden, ob Ihre Vorstellungen von Hundehaltung realistisch sind, welcher Hundetyp oder vielleicht sogar ob ein schon konkret ausgewählter Hund für Sie passen könnte. Es nützt Ihnen nichts, wenn Sie sich in wunderschöne Husky-Augen verlieben, aber eigentlich eher ein gemütliches Couchpotato gesucht haben.
  • Die Tierschutzorganisation klärt Sie über alle Kosten auf. Auch über eventuelle Folgekosten. Dies betrifft vor Allem auch das Hundetraining. Fast alle Hundehalter, auch sehr erfahrene, benötigen mit der Anschaffung eines neuen Hundes einen kompetenten Ansprechpartner. Dies betrifft auch Welpenbesitzer. Denn jeder Hund ist anders, entwickelt sich anders und die Erkenntnisse über das Training mit Hunden und ihr Lernverhalten haben sich in den letzten Jahren extrem verändert. Verläuft der Start eventuell nicht ganz glatt, ist der Tierschutzhund sehr schüchtern oder sogar ängstlich, aggressiv, apathisch oder Ähnliches, benötigen Sie im Sinne des Hundes auf jeden Fall einen Hundetrainer. Die Kosten hierfür sind nicht zu vernachlässigen und sollten in jedem Fall mit eingeplant werden. Viele Tierschutzorganisationen lassen den zeitlichen und finanziellen Aufwand, den das Kennenlernen und Erziehen eines Hundes bedeuten, gerne unter den Tisch fallen oder setzen voraus, dass die zukünftigen Hundehalter dies wissen.
  • Alle Hunde werden medizinisch untersucht, eventuelle Vorerkrankungen und Auffälligkeiten wurden abgeklärt, typische, regionale Infektionen wurden getestet und bereits behandelt. Sie werden auf eine eventuell weiter notwendige Behandlung, Untersuchungen etc. hingewiesen.
  • Sie werden auch über eventuelle Verhaltensprobleme, Auffälligkeiten und die Vorgeschichte des Hundes aufgeklärt, falls diese bekannt ist. Achten Sie darauf, wie offen Ihr Ansprechpartner mit diesem Thema umgeht.
  • Die Tierschutzorganisation kann zu 100 % ausschließen, dass der Hund, falls es sich um eine unkastrierte  Hündin handelt, trächtig ist. 
  • Die Tierschutzorganisation weist Sie darauf hin, dass es wichtig ist, den Hund nach seiner Ankunft ein weiteres Mal einem in Deutschland ansässigen Tierarzt vorzustellen. Auch hat die Tierschutzorganisation eine nachvollziehbare und glaubhafte Philosophie, wie vorgegangen wird, sollte bei der ersten Untersuchung in Deutschland eine schwere oder chronische Krankheit festgestellt werden, die unvorhersehbar hohe Kosten verursacht. 
  • Die Tierschutzorganisation kann Ihnen erklären, wie vorgegangen wird, sollte sich herausstellen, dass der ausgewählte Hund leider überhaupt nicht zu Ihnen passt. Dies darf natürlich kein per se Rückgaberecht sein. Dennoch kann es passieren, dass ein Hund beispielsweise in der Stadt so sehr gestresst ist, dass er in ihrer Stadtwohnung nicht gut leben kann, ein Hund unerwartet aggressiv ist, sich mit bereits vorhandenen Hunden überhaupt nicht versteht oder Ähnliches. Umgekehrt überprüft der Tierschutzverein natürlich auch, inwiefern Sie sich die Anschaffung eines Hundes, im Sinne einer Entscheidung für eventuell 10-15 Jahre, gründlich überlegt haben und ob Ihre Lebenssituation und -planung dies zulässt.
  • Die Hunde werden gechipt, registriert und geimpft. Es ist unbedingt notwendig, dass die Chipnummer noch vor dem Transport registriert wird. Nur so kann der Hund zur Tierschutzorganisation oder Ihnen zurück gebracht werden, wenn er auf seiner eventuellen Reise, während der Übergabe oder in den ersten Tagen bei Ihnen entlaufen sollte.
  • Die Übergabe des Hundes findet nicht, niemals nie, an einer Raststätte oder Ähnlichem statt. Die Übergabe sollte immer auf einem eingezäunten Gelände oder in geschlossenen Räumlichkeiten stattfinden. Auch überlässt es Ihnen die Tierschutzorganisation nicht, den Hund selbst aus der Transportbox zu holen.
  • Sie werden vor Ankunft des Hundes über den Sinn eines Sicherheitsgeschirres aufgeklärt und die Tierschutzorganisation nimmt bei dem betreffenden Hund Maß. So können Sie dieses im Vorfeld bestellen und dem Hund sofort bei Übergabe sein passendes Sicherheitsgeschirr anziehen. Besonders vorbildliche Tierschutz Organisationen besorgen die Sicherheitsgeschirre selbst und die Hunde tragen diese bereits bei ihrer Ankunft.
  • Sie haben während eines persönlichen Gespräches und mit der Entscheidung für einen bestimmten Hund einen Schutzvertrag unterschrieben. Dieser regelt meist die obigen Punkte und auch die Schutzgebühr. Eine Schutzgebühr dient vor allem dem Zweck, das Handeln mit Hunden unrentabel zu machen. Da diese meist bei 200-400 € liegt, deckt sie meist nicht die Kosten des Vereines. 
  • Bei Übergabe des Hundes erhalten Sie
    • Ihr neues Familienmitglied :-),
    • einen gültigen EU-Impfpass,
    • einen beidseitig unterschriebenen Schutzvertrag, welcher meist mit Zahlung der Schutzgebühr einhergeht,
    • Kontaktdaten Ihres Ansprechpartners, falls diese noch nicht bekannt sind.
  • Eine seriöse Tierschutzorganisation behält sich meist ein Vorkaufsrecht des Hundes vor. Manche Tierschutzvereine bestehen auch darauf, offizieller Eigentümer des Hundes zu bleiben, um sichergehen zu können, dass sie im Falle von Tierquälerei oder Ähnlichem sofort eingreifen und die Herausgabe des Hundes fordern können.
  • Seien Sie nicht beleidigt, wenn die Tierschutzorga Sie "kontrolliert". Seien Sie froh, denn dies geschieht nicht ohne Grund und Sie können von den Mitarbeitern sicher im persönlichen Gespräch erfahren, wie häufig Hunde auf Endstellen unter schlechten Bedingungen gehalten werden, obwohl am Telefon Alles so toll klang. Diese Maßnahme wird ergriffen, weil die Tierschutzvereine aus der Vergangenheit und blauäugiger Vermittlung gelernt haben und sicher gehen möchten, dass ihr Schützling es gut bei seinen neuen Familien hat und nicht vom Regen in die Traufe kommt.
  • Bei Problemen mit der Erziehung des Hundes speist Sie Ihr Ansprechpartner nicht mit Aussagen wie "bei mir hat das immer mit der Zeitung, dem Stachelhalsband, einmal eine draufgeben geklappt" oder ähnlichen Weisheiten ab. Erfahrene Tierschutz Organisationen haben ein ausgezeichnetes Netzwerk und können Ihnen einen guten Tierarzt, einen Hundetrainer, mit welchem sie meist schon häufiger gearbeitet haben, und andere Ansprechpartner nennen oder sind Ihnen gerne bei der Suche behilflich.
  • Wartet Ihr zukünftiger Hund auf einer Pflegestelle in Deutschland auf Sie, sollten Sie auch hier auf obige Punkte achten und nach den Erfahrungen mit der Tierschutzorganisation fragen.
  • Bedenken Sie, dass Sie dem betreffenden Tierschutzverein jedoch auch nicht die Verantwortung für eventuelle Unwägbarkeiten übertragen können. Mit der Entscheidung, die Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen, kaufen Sie die Unvorhersehbarkeit quasi mit. Manche Dinge, sowohl bezüglich des Verhaltens als auch des Gesundheitszustandes des Hundes, können im Tierheim oder der Tötungsstation nicht erkannt oder eruiert und getestet werden. Es wird immer ein gewisses "Überraschungsrisiko" bleiben, denn wir haben es mit Lebewesen zu tun, die vielleicht sogar traumatisiert sind, einen unglaublich stressigen Transport und viele Ortswechsel hinter sich haben.
  • Verlassen Sie sich auf Ihre Intuition.

Die Liste ist lang, spiegelt aber das wieder, was ich in den letzten 10 Jahren selbst oder bei Kunden (mit-)erlebt habe und was ich für wichtig halte. Auch, um den schwarzen Schafen, Welpenhändlern und auch zu unvorsichtig oder verantwortungslos handelnden Idealisten einen Riegel vorzuschieben.

Kein Hund hat es verdient, dass er nach all diesen Strapazen bei einer Familie landet, die nicht zu ihm passt, zu der er nicht passt, die seine medizinische Behandlung nicht tragen oder eine dringend notwendige Verhaltenstherapie nicht finanzieren kann. Auch Sie möchte ich davor schützen, unvorbereitet in eine Überforderungssituation zu kommen, die hätte vermieden werden können.

 

Auch wenn der obige Abschnitt abschreckend wirkt, ist das Kennenlernen eines Hundes mit Vergangenheit, das langsame Annähern oder manchmal auch die unbändige Freude bei der Ankunft des Hundes, etwas ganz Besonderes. Das Herz und das Vertrauen eines solchen Hundes zu gewinnen, gemeinsam zu lernen und aneinander zu wachsen und ein enges Band zu knüpfen wird Ihnen die besten Glücksgefühle bescheren, die Sie jemals hatten. Glauben Sie mir. Es lohnt sich!

Online Hunde in der Nähe finden

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Ich empfehle Ihnen den Besuch in einem nahe gelegenen Tierheim. Auch, weil Sie hier die Möglichkeit haben, verschiedene Hundetypen unvoreingenommen kennenzulernen und ein Gefühl für "ihren Typ" zu bekommen. 

Darüber hinaus bietet Tasso e.V. eine Plattform zur Vermittlung von Tierschutzhunden. Hier können Sie auch nach Hunden suchen, die bereits auf einer deutschen Pflegestelle in Ihrer Nähe leben. Bitte kaufen Sie niemals einen Hund über einen privaten Anbieter, der Ihnen nicht 100 % transparent erscheint. Kaufen Sie niemals aus dem Kofferraum und seien Sie bei Angeboten, wie sie beispielsweise auf Ebay Kleinanzeigen zu finden sind, extrem vorsichtig. Auch wenn Sie mit dem putzigen Welpen oder Junghund Mitleid haben und ihn "retten" wollen, kurbeln Sie damit das perverse Geschäft der Hundevermehrer (Puppymills) weiter an. Mit einem Klick auf das obige Shelta-Bild landen Sie direkt auf der Online-Tiervermittlung von Tasso e.V.

Hundetraining & Tierheilpraxis

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0176-3210 86 96

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