Stress bei Hunden

Stress kann sich bei Hunden auf vielfältige Weise äußern. Aber was ist Stress überhaupt?

"Stress tritt dann auf, wenn ein Hund damit konfrontiert wird, sich ändern oder anpassen zu müssen" (Lindsay 2000).

Die Stress-Schwelle, also der Punkt, bis zu welchem ein Hund Stress tolerieren kann, ist individuell verschieden und stark genetisch bedingt. Manche Hunde sind in ihrem Wesen ruhiger und andere leichter erregbar. 

Chronischer Stress führt dazu, dass sich der Hund in dauernder Alarmbereitschaft befindet. Das wirkt sich ebenfalls auf das Immunsystem des Hundes, auf den Wach-Schlafrhythmus und die Steuerung der Körpertemperatur.

Chronischer Stress kann zu Lethargie und Depression führen und umgekehrt für uns ein deutliches Anzeichen für chronischen Stress beim Hund sein.

Stresssymptome

  • Hecheln
  • Konzentrationsstörungen
  • Schweißpfoten (der Hund hinterlässt Pfotenabdrücke)
  • Gähnen
  • Hyperaktivität
  • häufiges Pinkeln und Koten
  • Erbrechen und Durchfall
  • Strecken
  • Schütteln
  • Autoaggressives Verhalten
  • Übermäßige Körperpflege
  • Übermäßiges Schlafen
  • Hautprobleme
  • Störungen des Immunsystems
  • Übermäßiger Durst > häufiges trinken
  • Zwanghaftes Verhalten
  • leichte Erregbarkeit
  • Muskelverspannungen / Steifheit
  • Zittern
  • Übersprungshandlungen
  • Beschwichtigungssignale um eine Situation zu entspannen oder auch "sich selbst" zu entspannen

Autoaggressives Verhalten

Das Zerknabbern des Schwanzes, der Pfotenballen oder der Flanken kann ein deutliches Stresssymptom sein, muss es aber nicht. Auch eine genetische Veranlagung oder gesundheitliche Probleme oder Parasiten können Auslöser sein. Zudem reagieren Hunde sehr sensibel auf unabsichtliches Belohnen solcher Verhaltensweisen oder eine Verletzung hat das autoaggressive Verhalten ausgelöst. Deswegen sollte hier auch immer ein Tierarzt oder Tierheilpraktiker konsultiert werden, um andere Ursachen als Stress auszuschließen.

Das Beknabbern von Hautstellen oder auch übermäßiges Belecken und Pflegen von Hautarealen kann auch aufgrund von Hautinfektionen und Überempfindlichkeit der Haut herrühren. Da besonders chronischer Stress auch das Immunsystem beeinflusst kann sich das Hautproblem in einer Abwärtsspirale befinden.

Beschwichtigungssignale

Beschwichtigungssignale oder auch "Calming Signals" können natürlich auch einfach nur das sein, wonach sie aussehen: Ein Gähnen muss nicht immer ein Ausdruck von Stress sein, sondern kann tatsächlich auch einfach nur ein Gähnen sein.

Deswegen sollte immer die Gesamtsituation betrachtet werden und natürlich auch, dass ein wenig Stress zum Leben dazu gehört und keinem Hund schadet.

  • Kopf oder Blick abwenden
  • Körper abwenden, wegdrehen. Wenn der Körper asymmetrisch wirkt.
  • am Boden schnüffeln (beschäftigt tun)
  • schnelles Lefzenlecken
  • Erstarren
  • langsame Bewegungen in Zeitlupe
  • Hinsetzen oder Hinlegen
  • Spielaufforderung (Spielen als Konfliktlösung)
  • Gähnen

Stressauslöser beim Hund

Die Ursachen für Stress beim Hund können sehr unterschiedlich sein. Unter anderem können die Haltungsbedingungen sowie Überforderung oder zu viel Druck im Training Auslöser für Stress sein. Auch unfaires oder, für den Hund, unberechenbares Verhalten des Menschen können bei Hunden zu starkem Stress führen.

Da Stress auch die Reizschwelle für Angst oder Frustreaktionen herabsetzen, kann ein ängstlicher Hund durch Stress noch stärkere Stresssymptome zeigen oder unter chronischem Stress leiden, was wiederum zu noch mehr Ängstlichkeit führt. Ebenso kann ein gestresster Hund zu übersteigerter Aggressivität neigen und unberechenbar wirken.

Umgang mit Stress

Auf Stress sollte niemals mit vermehrter Aufmerksamkeit oder Strafe reagiert werden. 

Wenn Sie bei Ihrem Hund vermehrt Stresssymptome vermuten oder beobachten, kann es sinnvoll sein, eine Art Tagebuch zu führen oder auch den Alltag des Hundes unter die Lupe zu nehmen. Sind seine Grundbedürfnisse nach Futter, Auslastung, Sicherheit und Zuneigung befriedigt? Wird Ihr Hund im Training stark gefordert, eventuell zu stark? Wann treten Stresssymptome auf und welche? Gibt es konkrete Stressauslöser, wie beispielsweise laute Geräusche oder bestimmte Situationen?

Auch das Verhalten des Menschen oder die familiäre Situation kann bei Hunden zu Stress führen.

Glücklicherweise wissen wir heute schon wesentlich mehr über Stressreaktionen beim Hund und können gestressten Hunden effektiv helfen. Nicht nur entsprechende Übungen und Veränderungen im Alltag des Hundes, sondern auch der Einfluss der Ernährung und alternativmedizinische Unterstützung können dem Hund helfen und das Stresslevel wieder in ein erträgliches Maß zurückführen.

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