"Schau" mir in die Augen

Das Signal "Schau" im Hundetraining

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"Schau" mich an

Ein Signal, das in den Kursen unserer Hundeschule immer und immer wieder geübt wird. Auch in den Workshops und im Einzeltraining ist das "Schau-Signal" eines der wichtigsten Säulen. Doch was bedeutet Schau denn eigentlich?

Definition "Schau" Signal

"Schau" bedeutet, dass die volle, gegenseitige Aufmerksamkeit von Hund und Mensch aufeinander gefordert ist. Im Idealfall in Form von direktem Blickkontakt. 

Schaut der Hund seinen Menschen erwartungsvoll an, kann der Mensch sich seiner vollen Aufmerksamkeit sicher sein und der Hund wird meistens versuchen, das darauffolgende Signal möglichst konzentriert auszuführen.

Voraussetzungen für das Schauen

Natürlich funktioniert dieses Signal nur dann wirklich gut, wenn der Hund sich bei dem direkten Blickkontakt zu seinem Menschen nicht unwohl fühlt. Eine entspannte Hund-Mensch-Beziehung ist also eine Grundvoraussetzung.

Doch warum könnte der Hund sich dabei unwohl fühlen, seinen Menschen erwartungsvoll anzusehen?

Gründe für das Unwohlsein beim Blickkontakt

Der direkte Blickkontakt kann, je nach Kontext, auch eine Provokation bedeuten. Ist dies der Fall, sprechen wir auch von Fixieren. Beim Fixieren ist der Blick starr und die Muskulatur wirkt angespannt. Geht das Fixieren in eine Drohung über, ist die Körpersprache nach vorne gerichtet. Das bedeutet für die Kommunikation zwischen Hund und Mensch, dass der Hund seinen Menschen leicht falsch verstehen kann, wenn der Mensch sich nach vorne beugt und seinen Hund zum Blickkontakt auffordert. Meist schaut der Hund dann de-eskalierend, man könnte auch sagen: beschwichtigend, zur Seite. 

Manche Hunde möchten jedem Ansatz von möglichen Konflikten vermeiden und weichen auch deswegen dem direkten Blickkontakt aus. Die Gründe können vielfältig sein.

Die eigene Körpersprache beim Schau Signal 

Um auf seinen Hund keinen bedrohlichen Eindruck zu machen, kann man seine Körpersprache bewusst einsetzen und somit Missverständnisse vermeiden. Der Mensch sollte darauf achten, sein Gewicht nicht nach vorne zu verlagern, sondern im Zweifel eher nach hinten. Eine weitere Möglichkeit ist auch, seitlich in die Hocke zu gehen. Besonders unsicheren Hunden hilft das meist.

Ist der Hund unaufmerksam oder vermeidet Blickkontakt auch in Alltagssituationen häufig, so hilft es manchmal auch, einige Schritte rückwärts zu gehen und mit etwas mehr Abstand zu warten, ob der Hund sich zu einem umdreht oder folgt und kurz schaut.

Den Blickkontakt einfangen und verstärken

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Hunde am effektivsten lernen, wenn sie von selbst auf die Lösung für ein Problem kommen. Also, wenn sie zum Beispiel im Falle des Blickkontaktes feststellen, dass sie für das "zufällige" Schauen belohnt werden. Die Art der Belohnung kann dabei ganz unterschiedlich ausfallen und von Hund zu Hund angepasst werden. Auch ein freundliches Wort funktioniert im Fall des Schauens meist sehr gut.

Wenn der Hund also rein zufällig oder aus einem anderen Grund schaut, kann man ihn besonders loben. Wiederholt der Hund dann immer häufiger den Blickkontakt, kann man diesen mit dem Schau-Signal verknüpfen.

Muss man jetzt immer Kekse werfen, wenn der Hund schaut?

Nein, natürlich nicht. Aber man darf sich ruhig einige Male als Futterautomat missbrauchen lassen, bis der Hund sichtbar Freude am Schauen hat. Nun wendet sich das Blatt: Der Hund erhält nun nur noch sehr sporadisch eine Belohnung für das Anbieten des Blickkontaktes. Dafür geben Sie ihm umso häufiger die Gelegenheit auf das Schausignal zu reagieren. Tut er das, muss der Hund natürlich ganz besonders gelobt werden.


Tipp: Manche Hunde verlieren die Motivation, wenn sie Signale ausführen sollen und für Angebote keine Belohnung bekommen. Deswegen sollte man immer mal wieder kleine Extrabelohnungen, auch für andere "Angebote" des Hundes, bereit halten. So weckt man die Freude des Hundes am Kooperieren und aktiven Mitarbeiten.


Viel Spaß beim Üben!


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