Mela Hirse

Hier möchte ich mich und meine Beweggründe für das "rehabiliTiere-Konzept" kurz vorstellen..

 

Ich bin im schönen Odenwald aufgewachsen und lebe nun mit meiner Tochter und meiner Hündin Grace in Neu Isenburg.

 

 

Schon während meiner Kindheit nahmen Tiere aller Art viel Platz in meinem Leben ein. Nach einigen Umwegen war klar, ich möchte, entgegen aller Ratschläge, mit Tieren arbeiten.

 

Bald wagte ich den Gang ins Tierheim und kam mit meiner ersten eigenen Hündin zurück.

Grace ist eine Mischung aus Dobermann, Schäferhund und Jagdhund. Dazu verteidigte sie sich und mich dem Augenschein nach sehr stark, so dass mein allgemeines Wissen über Hundeerziehung schnell erschöpft war. Durch meine Unwissenheit bestärkte ich sie in diesem Verhalten auch noch, was mich letztendlich dazu zwang, mich wesentlich intensiver mit dem "Wesen Hund" zu beschäftigen. Nachdem ich ohne besonderen Erfolg den Großteil der vielversprechenden Trainingsmethoden der einschlägig bekannten Hundeexperten durch hatte, begann ich meine eigene Methode im Umgang mit Grace zu entwickeln. Eine Mischung aus altbewährten und neuen, innovativen Ansätzen aus den verschiedensten "Ecken" des Hundetrainings und der Tierverhaltensbiologie und -psychologie. Diese Methode, die sich je nach Tier und Problem aus vielen kleinen Schritten zusammensetzt habe ich stets weiterentwickelt und täglich kommen neue Puzzleteile hinzu. Letztendlich führen sie aber alle zu einem Ziel: Das Tier selbst, oder auch das Tier-Mensch-Team in eine Balance zu bringen.

Dazu kamen und kommen immer wieder Fortbildungen, Seminare und jede Literatur, die zum Thema Tier zu finden ist.

 

Dieses Basiswissen sollte die Grundlage für meine Form des gewaltlosen, kommunikativen und vor allem individuellen Trainings mit Tieren bilden.

 

Heute ist Grace eine überwiegend souveräne Hundedame, die fremde Menschen immer noch skeptisch begutachtet und auch gerne mal bellt, aber hundert prozentig zuverlässig ist. Sie begleitet mich regelmäßig beim Training und trägt auf ihre Weise häufig zum Erfolg bei.

 

Letztendlich ist es aber der tägliche Umgang mit Tieren, der mich immer wieder Neues lehrt und mit zeigt, dass ich mit meinem Wissen noch ganz am Anfang stehe. Besonders dann, wenn mein eigener Hund ohrenschlackernd im Wald verschwindet... (ja, auch wir Hundetrainer haben "Tiere" und keine kleinen Soldaten ;-)   )

 

Meine ehrenamtliche Tätigkeit im Tierheim sowie die Zusammenarbeit mit verschiedenen Tierschutzvereinen hat mir einen Einblick in den Facettenreichtum von Tieren gegeben und leider auch die Abgründe der Grausamkeit und Inkompetenz von Menschen im Umgang mit ihnen.

Ich beschäftigte mich sehr intensiv mit der Rolle, die Tiere in unserer heutigen Welt für uns und im Allgemeinen spielen. Letztendlich traf ich vor einigen Jahren die Entscheidung vegan zu leben und mich im Bereich des Tier"rechts" zu engagieren, was natürlich auch meine Arbeit mit Tieren stark geprägt hat und auch eine gewisse Abgrenzung zu dem, meist sehr oberflächlich praktizierten Tier"schutz" nach sich zieht. Nichtsdestotrotz verschließe ich mich nicht gegenüber Kooperationen und freue mich immer, wenn ich mit Tieren aus dem Tierschutz arbeiten darf.

 

Durch die vielen unerschiedlichen Hunde habe ich die wahrscheinlich wichtigste Lektion in Sachen Hundetraining gelernt.

Jeder Hund ist individuell in seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten. Geprägt durch positive und negative Erfahrungen, ebenso aber auch durch nie Erlebtes.

Weder auf eine Rasse noch auf ähnliche Erfahrungen lassen sich gleiche Trainingsmaßnahmen anwenden.

 

So versuche ich auch jedes Hund-Mensch-Gespann, dass ich im Hunde-Training kennen lerne, völlig unvoreingenommen zu beobachten und beginne jeden Trainingsplan bei Null.

Nicht nur der Hund hat individuelle Talente, Vorlieben und Sympapathien, sondern auch vielen Hundebesitzern fällt es schwer, stereotype Übungen und Verhaltensweisen umzusetzen.

 

Deshalb verstehe ich es nicht nur als meine Aufgabe Menschen zu zeigen, wie der optimale Umgang mit Hunden im Allgemeinen sein sollte, sondern im Rahmen der Möglichkeiten aller Beteiligten eine angemessene Lösung zum harmonischen Miteinander zu finden.

So erhoffe ich mir, dass Hundebesitzer auch nach Beendigung des Trainings in der Lage sind, die erlernten Verhaltensweisen weiter beizubehalten.

Denn letztendlich besteht ein großer Teil meiner Arbeit aus dem Training mit den Menschen selbst, während der Hund augenrollend danebensteht, weil Herrchen oder Frauchen nach jahrelangem Üben immer noch nicht wissen, wie man ordentlich bei Fuß geht....